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Hallo, ich bin Anja — und meine erste Frage ist immer: Was ist da eigentlich drunter?
Ich bin Anja Reinhardt: gelernte Malerin und Lackiererin, acht Jahre Kunsthandwerkermärkte, rund sechzig DIY-Workshops — und die Person, die hinter LeimZeit steckt.
Fangen wir mit dem Satz an, den meine Kursteilnehmerinnen irgendwann auswendig können: Der Untergrund entscheidet, nicht die Farbe. Die meisten DIY-Projekte scheitern nicht an der Idee. Sie scheitern daran, dass etwas nicht hält, nicht haftet oder nicht deckt — weil niemand vorher geschaut hat, worauf da eigentlich gearbeitet wird. Das ist keine Marotte von mir. Das ist ein Handwerk, das ich gelernt habe.
Aufgewachsen bin ich in Freital bei Dresden, in einer Familie, in der Dinge repariert statt ersetzt wurden. Die Werkstattregel meines Opas lautete: erst gucken, was drunter ist. Zwanzig Jahre später hat mir das jemand im Betrieb noch einmal beigebracht, nur mit Fachbegriffen.
Denn beruflich bin ich den handwerklichen Weg gegangen: Ausbildung zur Malerin und Lackiererin, danach sechs Jahre im Betrieb — Untergründe beurteilen, Grundierungen wählen, Lacke und Sprühtechnik, Haftungsprobleme lösen. Genau daher kommt der ganze Technik- und Materialteil dieser Seite: welcher Kleber wofür, Acrylfarbe auf Holz, Kreidefarbe richtig anwenden, Sprühlack ohne Läufer.
Anfang dreißig bin ich ausgestiegen und habe aus einem Nebenhobby ein kleines Gewerbe gemacht: acht Jahre lang habe ich gegossene Deko aus Beton, Gips und Resin auf Kunsthandwerkermärkten in ganz Sachsen verkauft. Wenn du denselben Gegenstand zweihundertmal machst, lernst du sehr genau, welche Fehler System haben und welche einfach Pech waren. Und seit 2018 gebe ich DIY-Workshops in einer offenen Werkstatt in Dresden-Löbtau — Beton gießen, Kerzen, Makramee, Resin für Anfänger. Ungefähr sechzig Kurse inzwischen. Da habe ich gelernt, an welcher Stelle Anleitungen wirklich abbrechen: nämlich genau dort, wo es kompliziert wird.
LeimZeit gibt es seit 2016, seit 2022 hauptberuflich. Ein paar Kurse behalte ich trotzdem — sonst vergesse ich, wo Anfängerinnen tatsächlich hängenbleiben.
Das findest du hier:
Fehlerbilder statt Hochglanz. Trübes oder klebriges Harz, Blasen, Risse im Beton, Lunker und Frosting bei Kerzen, Läufer beim Sprühlack, Kreidefarbe, die abreibt — ich zeige dir, wie das aussieht, woran es liegt und wie du es verhinderst. Ich habe all das produziert. In Serie.
Ehrliche Zeitangaben, getrennt. Bei jedem Projekt steht Arbeitszeit und Wartezeit einzeln dabei. Zwanzig Minuten Arbeit und achtundvierzig Stunden Aushärten sind zwei völlig verschiedene Dinge, und keins davon lässt sich abkürzen. Ein Projekt, das drei Tage braucht, verkaufe ich dir nicht als schnelle Idee.
Materiallisten mit echten Preisen. Was du brauchst, wo du es bekommst (Baumarkt, Bastelladen, Fachhandel oder gebraucht) und was es kostet — inklusive ehrlichem Urteil, wo die günstige Variante völlig reicht und wo sie dir das Projekt ruiniert.
Gebraucht vor neu. Flohmarkt, Kleinanzeigen und Sperrmüll kommen im Upcycling zuerst. Acht Jahre Märkte haben mich gegen Materialverschwendung allergisch gemacht.
Technikwissen zum Nachschlagen. Die Klebe-Matrix, Untergründe und Grundierungen, Farbe-auf-Material-Kombinationen: gemacht zum Nachschlagen, nicht zum Durchlesen — und regelmäßig aktualisiert.
Und weil es hier um echte Materialien geht, sage ich das deutlich: Epoxidharz sensibilisiert — Nitrilhandschuhe, gute Belüftung, Mischverhältnis exakt nach Herstellerangabe. Natronlauge beim Seifensieden ist stark ätzend, immer Lauge ins Wasser und nie umgekehrt; Einsteigerinnen schicke ich bewusst erst zur Gießseife. Gips entwickelt Hitze — Körperteile werden bei mir niemals eingegossen. Wachsbrand löscht man nicht mit Wasser. Paletten nur mit HT-Stempel, niemals MB. Elektrik gehört zur Elektrofachkraft.
Ich bin gelernte Handwerkerin mit viel Produktionserfahrung — aber weder Chemikerin noch Ärztin. Produktspezifische Fragen gehören zur Herstellerangabe und ins Sicherheitsdatenblatt, Hautreaktionen zum Arzt. Und wer selbst gemachte Kerzen, Seifen oder Kosmetik verkaufen will: Da gelten EU-Regeln, und die sind kein Detail. Ich sage dir aus eigener Erfahrung, worauf du achten musst — aber Rechtsberatung bekommst du woanders.
Gearbeitet wird bei mir in einer Dresdner Altbauwohnung, deren Gästezimmer den Kampf gegen das Materiallager längst verloren hat, und an meiner gemieteten Werkbank in der offenen Werkstatt — alles, was staubt, riecht oder lärmt, passiert dort. Aufsicht führt Werkstattkatze Fräse, die allen und niemandem gehört. Getestet wird oft an meiner Schwester Kathrin und meiner Nichte Maja (11), die inzwischen sehr genaue Meinungen zu Gießformen hat. Und ja: An meiner Decke hängt eine Makramee-Ampel zu viel. Ich weiß es. Es ändert nichts.
Ob du eine Kommode aufpeppen willst, zum ersten Mal Beton gießt, an Resin verzweifelst oder im September schon an den Adventskranz denkst (kluge Entscheidung): Schön, dass du da bist. Schauen wir erst mal, was drunter ist.



















