Blüten in klarem Epoxidharz sehen wunderbar leicht aus – beim Gießen sind sie allerdings kleine Dickköpfe. Sie schwimmen auf, bilden Luftblasen oder verfärben sich, wenn sie noch Restfeuchte enthalten. Genau deshalb beginne ich bei Blumen-Untersetzern nicht mit Pigmenten oder Goldflocken, sondern mit dem Material, das im Harz verschwinden soll.
Für dieses Projekt müssen die Blüten vollständig trocken sein. Frische Blumen gehören nicht direkt ins Epoxidharz. Ich arbeite außerdem mit einer sauberen, trockenen Silikonform und einem Gießharz, das für die vorgesehene Schichtstärke geeignet ist. Das Mischverhältnis und die maximale Gießhöhe übernehme ich immer vom Hersteller – nicht aus irgendeiner pauschalen Resin-Regel.
Das Wichtigste für saubere Blumen-Untersetzer
- Schwierigkeitsgrad: einfach bis mittel.
- Arbeitszeit für vier Untersetzer: ungefähr 45 bis 70 Minuten.
- Aushärtezeit: je nach Epoxidharz meist 24 bis 72 Stunden nach Herstellerangabe.
- Blüten müssen vollständig getrocknet und frei von Feuchtigkeit sein.
- Für klares Harz lohnt sich ein langsam härtendes Gießharz mit guter Entlüftung.
- Epoxidharz nur mit Nitrilhandschuhen, langen Ärmeln und guter Belüftung verarbeiten.
Für vier Untersetzer brauche ich je nach Form etwa 300 bis 450 g angemischtes Harz. Dazu kommen Silikonformen, Trockenblumen, Holzstäbchen oder Pinzette und Mischbecher. Für Harz und Härter rechne ich grob mit 12 bis 20 Euro, die Blumen kosten etwa 2 bis 6 Euro oder kommen kostenlos aus dem eigenen Garten. Bei der Silikonform reicht für den Einstieg ein ordentlich verarbeitetes Bastelmodell. Beim Harz selbst spare ich weniger gern: Verarbeitungszeit, Gießhöhe und Mischverhältnis müssen zum Projekt passen.
Epoxidharz-Untersetzer mit gepressten Wildblumen

Gepresste Wildblumen sind mein Lieblingsstart für Blumen-Untersetzer, weil sie flach sind und sich leichter unter der Harzoberfläche halten lassen. Besonders gut funktionieren kleine Blüten, Gräser und feine Blätter. Dicke Blütenköpfe schließen dagegen gern Luft ein.
- Blüten trocknen. Ich presse die Blumen vollständig durch, bevor sie auch nur in die Nähe des Harzes kommen.
- Form vorbereiten. Die Silikonform muss trocken, sauber und fusselfrei sein. Trennmittel verwende ich nur, wenn der Formen- oder Harzhersteller es vorsieht.
- Harz mischen. Harz und Härter wiege oder dosiere ich exakt nach Herstellerangabe und mische langsam, damit möglichst wenig Luft hineinkommt.
- Grundschicht gießen. Eine dünne erste Schicht verhindert, dass die Blumen direkt auf dem Formenboden liegen.
- Blumen platzieren. Mit Pinzette oder Holzstäbchen drücke ich die trockenen Blüten vorsichtig in die Harzschicht.
- Auffüllen. Anschließend gieße ich bis zur vorgesehenen Höhe weiter und lasse das Werkstück ungestört aushärten.
Beim Harz arbeite ich nicht nebenbei
Ungehärtetes Epoxidharz kann sensibilisieren. Ich trage Nitrilhandschuhe und lange Ärmel, arbeite gut belüftet und halte Kinder und Haustiere vom Arbeitsplatz fern. Mischverhältnis, maximale Gießmenge und Sicherheitshinweise stehen im Sicherheitsdatenblatt und in den Herstellerangaben. Harzreste kommen niemals in den Abfluss.
Epoxidharz-Untersetzer mit Rosenblüten

Rosen verführen dazu, gleich die ganze Blüte einzugießen. Bei normalen Untersetzerformen ist mir das meist zu dick. Ich zerlege eine getrocknete Rose lieber in einzelne Blütenblätter oder verwende kleine, flach gepresste Knospen.
Rosenblätter können beim Kontakt mit Harz dunkler oder durchscheinender werden. Deshalb mache ich bei besonders schönen Blüten zuerst eine kleine Probe. Gerade bei hellrosa Rosen ist das vernünftiger, als nach zwei Tagen Aushärtezeit über vier braunrosa Untersetzer zu diskutieren.
- Für einen ruhigen Look: Drei bis fünf Rosenblätter locker verteilen und viel transparentes Harz sichtbar lassen.
- Für mehr Tiefe: Blätter auf zwei dünne Gießschichten verteilen, sofern das verwendete Harz mehrschichtig verarbeitet werden darf.
- Bei Luftblasen: Rosenblätter vor dem Auffüllen vollständig mit Harz benetzen und besonders die Kanten kontrollieren.
Transparente Blumen-Untersetzer aus Epoxidharz

Bei komplett transparenten Untersetzern gibt es keine Pigmente, hinter denen sich kleine Fehler verstecken können. Genau das macht sie schön und ein bisschen anspruchsvoller. Form, Mischbecher und Werkzeug kontrolliere ich deshalb vorher auf Staub, Wasser und alte Harzreste.
Weniger Blasen durch langsames Mischen
Ich rühre mit ruhigen Bewegungen und schabe dabei Boden und Seiten des Mischgefäßes ab. Wildes Schlagen bringt nur zusätzliche Luft ins Harz. Ob und wie Oberflächenblasen entfernt werden dürfen, richte ich nach dem verwendeten Produkt – Hitze ist nicht für jedes Harz und nicht für jede Silikonform eine gute Idee.
Trübes Harz kann mehrere Ursachen haben: Feuchtigkeit in den Blumen, Kondenswasser, viele Mikroblasen oder ein ungeeignetes beziehungsweise falsch verarbeitetes Harz. Bei klebrigen Stellen prüfe ich zuerst Mischverhältnis, Mischdauer und Verarbeitungstemperatur. Klebriges, nicht korrekt ausgehärtetes Epoxidharz schleife ich nicht einfach trocken weg.
Epoxidharz-Untersetzer mit Lavendel

Lavendel ist dankbar, solange er wirklich trocken ist. Ich kürze die Stiele passend zur Form und lege sie eher fächerförmig als streng parallel. So sieht der Untersetzer später weniger nach Herbarium und mehr nach kleiner Sommerwiese aus.
- Nur vollständig trockenen Lavendel verwenden.
- Lose Blüten vor dem Gießen vorsichtig abschütteln.
- Stiele so kürzen, dass nichts über den Rand der Silikonform hinausragt.
- Lavendel zuerst mit wenig Harz benetzen.
- Bläschen an Blütenständen mit einem Holzstäbchen vorsichtig lösen.
Ein Punkt wird gern unterschätzt: Getrockneter Lavendel enthält viele kleine Zwischenräume. Dort sitzt Luft. Wenn ich sofort eine dicke Schicht darüber gieße, steigen später gern Blasen aus den Blütenständen auf. Eine dünne Benetzung vor dem eigentlichen Auffüllen macht einen sichtbaren Unterschied.
Epoxidharz-Blumen-Untersetzer mit Goldflocken

Goldflocken funktionieren bei Blumen-Untersetzern am besten in kleiner Dosis. Ich setze sie zwischen die Blüten oder an den äußeren Rand. Ein ganzer Schwung Gold im Mischbecher sieht beim Einrühren noch festlich aus und endet im fertigen Untersetzer schnell bei Weihnachtsmarktstand Nummer sieben.
Was gut funktioniert
- kleine Flocken zwischen einzelnen Blüten
- unregelmäßige Akzente am Rand
- Gold zusammen mit weißen, roten oder violetten Blumen
Was ich vermeiden würde
- zu viele Flocken auf einmal
- große Metallstücke direkt über feinen Blüten
- kräftige Pigmente zusätzlich zum Gold und Blumenmotiv
Ich platziere größere Flocken mit einem Holzstäbchen direkt im Harz. So kann ich die Verteilung kontrollieren und muss nicht darauf hoffen, dass beim Gießen zufällig alles an der richtigen Stelle landet.
Runde Epoxidharz-Untersetzer mit Trockenblumen

Runde Silikonformen sind für den Einstieg praktisch, weil die Anordnung der Blumen schnell stimmig wirkt. Ich beginne meist mit einer kleinen Blüte etwas außerhalb der Mitte und ergänze feine Stiele nach außen. Eine exakt symmetrische Rosette kann hübsch sein, aber kleine Unregelmäßigkeiten wirken bei Naturmaterial oft lebendiger.
| Material | Meine grobe Kalkulation für 4 Stück |
|---|---|
| Epoxidharz | 12–20 € |
| Runde Silikonform | 5–12 € |
| Trockenblumen | 0–6 € |
| Mischbecher und Holzstäbchen | 1–3 € |
| Nitrilhandschuhe | ca. 1–2 € anteilig |
Eine Silikonform kannst du viele Male verwenden, solange du sie nicht mit scharfen Werkzeugen beschädigst. Darum rechne ich ihren kompletten Kaufpreis nicht jedem späteren Untersetzer neu zu.
Epoxidharz-Untersetzer mit Gänseblümchen

Gänseblümchen sehen unkompliziert aus, brauchen aber etwas Vorbereitung. Die gelbe Mitte ist deutlich dicker als die weißen Blütenblätter. Ich presse sie deshalb gründlich und plane lieber etwas mehr Trockenzeit ein, statt Restfeuchte einzuschließen.
Wenn die Blüte plötzlich nach oben schwimmt
Das passiert gern, wenn ich die komplette Harzmenge sofort eingieße. Ich fixiere die Blüte lieber zunächst in einer dünnen Harzschicht und fülle erst anschließend weiter auf. Die zulässige Zeit zwischen den Schichten richtet sich nach dem Harzsystem.
Weiße Blütenblätter können im Harz transparenter erscheinen. Wer ein möglichst deckendes Weiß erwartet, sollte deshalb vorher eine einzelne Testblüte eingießen. Naturmaterial verändert sich im Harz – genau das gehört für mich zu diesem Projekt dazu.
Bunte Blumen-Untersetzer aus Epoxidharz

Bei bunten Untersetzern ist mein wichtigster Gestaltungstrick erstaunlich unspektakulär: nicht jede freie Stelle füllen. Rot, Gelb, Blau und Violett brauchen transparente Zwischenräume, sonst wird aus der Blumenwiese optisch schnell Konfetti.
- Hauptfarbe: Eine Blütenfarbe darf den Ton angeben.
- Begleitfarben: Zwei oder drei weitere Farben setze ich sparsamer ein.
- Grün: Kleine Blätter oder Gräser verbinden unterschiedliche Blütenfarben.
- Freifläche: Klares Harz zwischen den Elementen lässt das Motiv leichter wirken.
Vor dem Anmischen lege ich die Blumen einmal trocken neben der Form aus. Das kostet zwei Minuten und verhindert die hektische Suche nach der perfekten gelben Blüte, während im Becher bereits die Verarbeitungszeit läuft.
Epoxidharz-Untersetzer mit Blüten und grünen Blättern

Blätter bringen Struktur in ein Blumenmotiv, aber Grün ist beim Trocknen nicht immer farbstabil. Manche Blätter werden oliv, braun oder deutlich dunkler. Ich teste unbekanntes Pflanzenmaterial deshalb lieber, bevor ich damit einen ganzen Satz Untersetzer gieße.
Mein Aufbau für einen botanischen Untersetzer
Ich nehme eine größere Blüte als Blickpunkt, ergänze zwei bis vier kleinere Blüten und lege wenige schmale Blätter dazwischen. Die Blattspitzen dürfen unterschiedliche Richtungen zeigen. So entsteht Bewegung, ohne dass der Untersetzer überladen aussieht.
Auch hier ist vollständige Trocknung wichtiger als die Farbe am ersten Tag. Feuchtes Pflanzenmaterial kann das Ergebnis beeinträchtigen. Bei dickeren Blättern achte ich außerdem besonders auf Luftblasen an der Unterseite und an den Blattadern.
Elegante Epoxidharz-Blumen-Untersetzer als Geschenkidee

Als Geschenk gieße ich am liebsten vier Untersetzer, die zusammengehören, aber nicht identisch sind. Dieselbe Blumenauswahl wiederholt sich, die Anordnung variiert. Mit wenigen Goldflocken oder einer gemeinsamen Hauptfarbe wirkt der Satz sofort geplant.
- Aushärten lassen. Ich entforme erst nach der vom Hersteller angegebenen Zeit. Früh herausgedrückte Untersetzer können sich verziehen oder Abdrücke bekommen.
- Kanten prüfen. Scharfe Gießkanten bearbeite ich erst bei vollständig ausgehärtetem Harz. Beim Schleifen trage ich eine geeignete Staubmaske und halte den Schleifstaub aus Wohnräumen fern.
- Unterseite schützen. Bei Bedarf klebe ich kleine Kork- oder Filzpunkte unter die fertigen Untersetzer, damit empfindliche Tischoberflächen nicht verkratzt werden.
- Verschenken. Ich bündele vier Stück mit Papierband oder lege sie in eine kleine Schachtel. Vorher müssen sie vollständig ausgehärtet sein.
Untersetzer sind nicht automatisch lebensmittelecht
Vollständig ausgehärtetes Epoxidharz ist nicht automatisch für direkten Lebensmittelkontakt geeignet. Ich verwende Blumen-Untersetzer als Ablage für Gläser und Tassen und verlasse mich bei weitergehenden Anwendungen ausschließlich auf die konkrete Herstellerfreigabe.
Wenn ich nur einen Tipp für den ersten Satz mitgeben dürfte, wäre es dieser: Nimm wenige, wirklich trockene Blumen und klares Harz statt fünf Effekte gleichzeitig. Ein sauber gegossenes Gänseblümchen macht mehr her als Gold, Glitzer, Pigment und zwölf Blüten, die miteinander um Aufmerksamkeit kämpfen.
Häufige Fragen zu Epoxidharz Blumen Untersetzern
Kann ich frische Blumen direkt in Epoxidharz gießen?
Das empfehle ich nicht. Ich trockne oder presse Blumen vollständig, bevor ich sie eingieße. Restfeuchte kann das Ergebnis beeinträchtigen und Verfärbungen oder Trübungen begünstigen.
Warum schwimmen meine Trockenblumen im Epoxidharz auf?
Leichte Blüten werden vom flüssigen Harz angehoben. Ich fixiere sie zunächst mit einer dünnen Harzschicht und fülle danach entsprechend der Herstellerangaben weiter auf.
Wie bekomme ich weniger Luftblasen in Blumen-Untersetzer?
Ich mische langsam, benetze strukturierte Trockenblumen sorgfältig und kontrolliere besonders Blütenköpfe und Blattunterseiten. Welche Methode zur weiteren Entlüftung geeignet ist, hängt vom verwendeten Harz ab.
Wie lange müssen Epoxidharz-Untersetzer aushärten?
Das ist produktabhängig. Bei meinen Projekten liegt die Wartezeit häufig im Bereich von 24 bis 72 Stunden, verbindlich ist aber ausschließlich die Herstellerangabe. Vollständige Endhärte kann länger dauern.
Welches Epoxidharz eignet sich für Blumen-Untersetzer?
Ich nehme ein transparentes Gießharz, dessen zulässige Schichtstärke zur Tiefe meiner Silikonform passt. Wichtig sind außerdem eine ausreichend lange Verarbeitungszeit und ein exakt einzuhaltendes Mischverhältnis.
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