Jeden September nehme ich mir vor, früher mit der Weihnachtsdeko anzufangen, und jeden Dezember suche ich doch wieder hektisch die Kiste mit den Tannenzapfen im Keller. Das Sideboard ist dabei mein liebster Übungsplatz, weil es die Stimmung für den ganzen Raum setzt, ohne dass ich Möbel rücken muss. Ich hab zehn ganz unterschiedliche Varianten zusammengestellt – vom opulenten Messing-Hirsch bis zur schlichten Winterversion in Weiß – und sag dir bei jeder, worauf es ankommt und worauf du bei Kerzen und Tannengrün auf deinem Sideboard wirklich achten solltest.
Der goldene Hirsch-Kandelaber: klassisch-opulente Tafel

Zwei messingfarbene Hirschköpfe mit Kerzenarmen sind der Typ Deko, der auch ohne Kamin im Hintergrund trägt. Was den Look ausmacht: schwerer, glänzender Guss, der auf hellem oder dunklem Holz gleichermaßen funktioniert, kombiniert mit klassischen Stabkerzen statt LED.
- Wem es steht: Sideboards aus massivem Holz, eher traditionell oder Landhausstil eingerichtete Flure und Esszimmer.
- Anordnung: die beiden Hirsche nicht mittig, sondern versetzt zum Rand hin – so bleibt in der Mitte Platz für eine Schale mit Zapfen oder Nüssen.
- Material-Check: günstige Gussteile aus dem Bastelladen wirken oft matter, das reicht hier völlig, solange die Kerzenhalter stabil genug für echte Kerzen sind.
Stell unter die Stabkerzen unbedingt einen kleinen Teller oder eine Manschette – Wachs auf lackiertem Holz bekommst du zwar meistens wieder ab, aber ich hab genug Sideboards in meiner Zeit auf Märkten gesehen, wo das eine hässliche Schattierung hinterlassen hat.
Hängende Glaskugeln am Fenster: luftige Winterlicht-Installation

Statt alles auf die Ablagefläche zu stellen, hängst du hier einen Teil der Deko einfach über das Sideboard – an Jutekordel von einer Gardinenstange oder einem Regalbrett. Der Reiz liegt in der Leere: Klarglaskugeln, gefüllt mit Zapfen, Moos oder einem einzelnen Tannenzweig, wirken durch den freien Raum drumherum fast schwerelos.
Auf Märkten war genau das der Verkaufsschlager unter meinen Windlichtern – Leute wollen im Dezember Licht, aber nicht zwangsläufig noch mehr Fläche vollstellen.
Für dein Sideboard heißt das: eine Reihe hängender Kugeln in unterschiedlichen Höhen über der Ablage, darunter gruppierte Gläser mit dicken Kerzen. Achte darauf, dass die Kordeln nicht direkt über einer offenen Flamme hängen – trockenes Moos und Zapfen fangen schneller Feuer, als man denkt. Nimm für die hängenden Kugeln selbst besser Teelichter oder LED statt echter Flammen, dann bleibt das Bild sicher und du musst nicht ständig hochschauen, ob eine Kordel zu warm wird.
Runde Tablett-Kranz mit dicken Kerzen: der Ableger vom Adventskranz

Diese Variante ist im Grunde ein Adventskranz, der vom Tisch aufs Sideboard umgezogen ist – nur ohne die klassische Kranzform. Ein rundes Metalltablett, darauf Eukalyptus statt reinem Tannengrün, dazwischen vier dicke Stumpenkerzen unterschiedlicher Höhe, ergänzt um getrocknete Orangenscheiben und Zimtstangen.
- Warum Eukalyptus: er hält deutlich länger frisch als Fichte und riecht dabei angenehm zurückhaltend, nicht so harzig-streng.
- Kerzenwahl: unterschiedliche Höhen wirken lebendiger als vier gleiche Kerzen nebeneinander.
- Untergrund schützen: Metalltablett direkt auf lackiertem oder geöltem Holz kann bei Wärmestau Ränder hinterlassen – ein Filzpad drunter kostet nichts und erspart dir Ärger im Januar.
Getrocknete Orangenscheiben sind brennbar, halte also beim Anzünden genug Abstand und schneide die Dochte regelmäßig – gerade bei dicken Stumpenkerzen tropft sonst mehr Wachs, als das Tablett auffangen kann.
Winterdorf-Tablett mit Rehfigur: die verspielte Miniaturwelt

Hier wird das Sideboard zur Bühne für eine kleine Szenerie: Bottlebrush-Bäumchen in Grün und Weiß, zwei winzige Keramikhäuser, eine Rehfigur und dazu zwei bis drei Kerzen als wärmender Mittelpunkt. Der Charme liegt im Maßstab – alles bleibt klein genug, dass man länger hinschaut.
Für Familien mit Kindern ist das eine der dankbarsten Varianten. Meine Tochter hat in ihrer eigenen Bastelecke immer eine feste Meinung, wie viele Bäumchen “genug” sind, und genau dieses Mitgestalten macht so ein Winterdorf zum jährlichen Ritual statt zur reinen Deko-Pflicht.
- Aufbau: größere Elemente hinten, kleine Figuren vorne, damit von jeder Sitzposition aus etwas zu sehen ist.
- Beschneiter Look: Kunstschnee-Spray auf den Bäumchen nur draußen oder mit guter Absaugung auftragen, nie in der Wohnung – die Dämpfe reizen die Atemwege.
Echte Kerzen und Kinder in Reichweite – das Tablett gehört dann bewusst außer Griffweite auf dem Sideboard, nicht auf einem niedrigen Tisch.
Holzsterne auf der Baumscheibe: rustikal-festliches Lichterspiel

Eine dicke Baumscheibe als Basis, darauf zwei gestapelte Holzsterne mit roten und goldenen Kugeln dazwischen und eine warme Lichterkette, die sich durch das Ganze zieht. Baumscheiben findest du oft günstiger beim Baumschnitt in der Nachbarschaft oder auf dem Flohmarkt als fertig gesägt im Bastelladen – nach dem Trocknen reicht meist ein leichtes Anschleifen der Schnittfläche.
Was diesen Look trägt
Der Kontrast aus rauer Rinde und glänzenden Kugeln macht das Stück – zu glatt geschliffen verliert es seinen rustikalen Charakter, zu roh wird es unruhig. Für dein Sideboard eignet sich die Baumscheibe besonders gut, weil sie selbst schon wie ein kleines Podest wirkt und du nicht extra ein Tablett brauchst.
- Lichterkette: batteriebetrieben statt Kabel, dann läuft keine Leitung quer über die Ablagefläche.
- Sicherheit: nur Lichterketten mit CE-Kennzeichnung verwenden und keine beschädigten Kabel weiterverwenden, auch wenn die Lichter noch leuchten.
Roter Weihnachtsstern-Konsolentisch mit Kranz: klassisches Ankommen im Flur

Ein beleuchteter Kranz über der Konsole, davor echte Weihnachtssterne in Töpfen, umrahmt von Tannengirlande und dicken Kerzen in Glaszylindern – das ist die Version, die im Flur schon vom Eingang aus wirkt. Die rote Pflanze bringt Farbe rein, ohne dass du dafür Kugeln oder Bänder brauchst.
- Pflege der Weihnachtssterne: keine Zugluft direkt an der Haustür, mäßig gießen statt durchweichen – sie mögen es warm und eher trocken als nass.
- Kranz an der Wand: Gewicht mit integrierter Lichterkette ist mehr, als es aussieht – prüfe vor dem Bohren, ob an der Stelle Leitungen liegen, und nimm einen Dübel, der zur Wandart passt, nicht nur zum Kranzgewicht.
- Girlande und Kerzenflamme: genug Abstand halten, trockenes Nadelgrün fängt schneller Feuer als frisches.
Wenn du die Konsole täglich nutzt – Schlüssel, Post, Handschuhe – lass in der Mitte bewusst eine freie Fläche, sonst wird aus der schönen Deko schnell ein Ablagestapel.
Cremeweißes Sideboard mit Lampenlicht: reduziert und wohnlich

Diese Variante ist fast das Gegenteil der opulenten Tafel: eine Lampe, eine Schale mit Kerzen, eine Vase mit getrockneten Gräsern, ein Stapel Bücher. Kein einziges auffälliges Weihnachtssymbol – und trotzdem spürt man die Jahreszeit durch das warme Licht und die schlichte Textur.
Der Trick liegt im Weniger: Statt vieler kleiner Teile setzt du auf zwei, drei größere Objekte mit unterschiedlicher Oberfläche – raue Keramikschale, glatte Vase, gestrickte Decke. Das lässt sich das ganze Jahr über stehen lassen und im Dezember nur um ein paar Tannenzweige in der Vase ergänzen, statt komplett neu zu dekorieren.
- Für kleine Sideboards ideal, weil wenig Fläche verbraucht wird.
- Kerzen in flachen Schalen: auf Hitzeverteilung achten – dünne Keramik kann bei mehreren brennenden Kerzen nebeneinander warm werden, stell die Schale nicht direkt auf empfindlich lackiertes Holz.
Dunkles Sideboard mit Tannengirlande: warmes Kontrastspiel

Ein dunkles, geripptes Sideboard ist die perfekte Bühne für frisches Grün – der Kontrast macht hier die ganze Arbeit. Eine dichte Tannengirlande läuft über die gesamte Front, dazwischen zwei Tischlampen mit Leinenschirm und ein großformatiges Bild als ruhiger Abschluss nach oben.
- Warum es funktioniert: dunkle Flächen schlucken Licht, dadurch wirken die Lichterkette in der Girlande und die warmen Lampenschirme intensiver, als sie es auf hellem Holz je könnten.
- Untergrund im Blick: frische Girlanden verlieren Nadeln und harzen leicht – auf geölten oder lackierten Oberflächen kann Harz Flecken hinterlassen. Leg einen schmalen Läufer oder eine dünne Filzbahn unter die Girlande, bevor du sie auslegst.
- Lichterkette in der Girlande: Steckdose und Kabelführung so planen, dass kein Kabel über die Kante hängt, wo man drüberstolpern kann.
Zwei gleiche Lampen links und rechts geben dem Ganzen eine Symmetrie, die selbst wildes Tannengrün in der Mitte nicht durcheinanderbringt.
Helles Holzsideboard mit Frost-Optik: skandinavische Winterruhe

Diese Variante bleibt bewusst zurückhaltend in Weiß, Creme und hellem Holz – mit bereiften Vasen, einem beschlagenen Windlichtglas und einem kleinen beleuchteten Keramikhaus. Statt roter Kugeln oder Gold dominiert hier Textur: raue Keramik, mattes Glas, trockene Zweige.
Der Vorteil dieser Palette: Sie funktioniert als reine Winterdeko auch noch im Januar, wenn Christbaumkugeln längst wieder in der Kiste liegen. Genau deshalb style ich mein eigenes Sideboard oft in diese Richtung um, sobald der Baum raus ist – nur die eindeutig weihnachtlichen Elemente werden ausgetauscht, der Rest bleibt stehen.
- Frost-Effekt selbst machen: mattes Sprühwachs oder spezielle Frost-Sprays nur im Freien anwenden, gut lüften lassen vor dem Reinstellen.
- Kombination: ein bis zwei warmweiße Kerzen genügen, mehr Licht würde die kühle Stimmung wieder aufheizen.
Winterwald im Holztablett: Rehfigur und Tannenwäldchen im Schnee

Ein länglicher Holztrog, gefüllt mit Kunstschnee, darin eine Gruppe unterschiedlich hoher Bottlebrush-Bäumchen, eine Rehfigur und mittig zwei bis drei Kerzen – das ist die Variante, die am meisten von einer Fensternähe profitiert, weil die verschneite Aussicht draußen die Szene drinnen fortsetzt.
- Höhenstaffelung: größte Bäumchen nach hinten, kleinste und die Rehfigur nach vorne – so bekommt das Tablett Tiefe statt einer flachen Reihe.
- Material der Bäumchen prüfen: viele günstige Bottlebrush-Varianten sind aus leicht entzündlichem Kunststoff – Mindestabstand von echten Kerzenflammen einhalten, LED-Kerzen sind hier oft die entspanntere Wahl.
- Schnee-Optik: statt Watte lieber echtes Deko-Kunstschnee-Granulat nehmen, das krümelt weniger und lässt sich später einfacher wieder einsammeln.
Diese Szene lebt vom Fensterlicht am Tag und den Kerzen am Abend – auf einem Sideboard ohne Fensternähe wirkt sie etwas verlorener, dann hilft eine zusätzliche kleine Lichterkette im Hintergrund.
Am Ende entscheidet nicht das teuerste Einzelstück, sondern wie gut Material, Licht und Fläche zueinander passen – und genau das kannst du bei jeder dieser zehn Varianten mit dem übernehmen, was du schon zu Hause hast.

Was Leser oft fragen
Wie schütze ich mein Sideboard vor Wachsflecken und Nadelharz?
Leg unter Kerzen, Tabletts und frische Girlanden immer ein dünnes Filzpad, einen schmalen Läufer oder eine Manschette. Gerade geölte oder empfindlich lackierte Oberflächen nehmen sonst Wärme- oder Harzränder an, die sich später nur schwer entfernen lassen.
Echte oder künstliche Kerzen auf dem Sideboard?
Für Deko mit vielen kleinen brennbaren Elementen wie Bottlebrush-Bäumchen oder trockenen Zapfen greife ich gern zu LED-Kerzen. Bei klassischen Stumpenkerzen ohne direkte Nachbarschaft zu brennbarem Material spricht nichts gegen echte Flammen, solange sie nie unbeaufsichtigt brennen.
Wie lange hält frisches Tannengrün auf dem Sideboard?
Je nach Raumtemperatur zwei bis drei Wochen, in beheizten Räumen eher kürzer. Eukalyptus und getrocknete Elemente wie Zapfen oder Orangenscheiben halten deutlich länger und lassen sich gut mit frischem Grün kombinieren.




